BRÜCKE IM DSCHUNGEL, 12.-28.11.2014

Liebe Kunsthallen-Freunde,

der Roman von B. Traven gibt der Ausstellung den Namen. Das erfordert Furchtlosigkeit. Kunst und Design als Profession erfordern den Mut von Freeclimbern und Höhlentauchern. Das ist kein Wellnesswerdegang, bei dem bestimmte Verhaltens- und Werknormen erfüllt sein müssen, um eine erfolgreiche Karriere garantiert zu bekommen. Schönheit und Brillanz entstehen aus Freiheit, Verantwortung, Grenzüberschreitungen und Brückenbau in unbekanntes Gebiet. Die Kunsthalle zeigt Arbeiten von ca. 60 Alumni der Kunsthochschule Berlin Weißensee und Kooperationspartnern. Veranstaltungen bieten Anlass für Diskussionen. Kunst ist ein Abenteuer mit offenem Ausgang, ein Roman, der noch geschrieben wird…

„Wenn der Mensch in seinen Werken nicht zu erkennen ist, dann ist entweder der Mensch nichts wert oder seine Werke sind nichts wert.“  B. Traven

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, den 12. November 2014, um 19 Uhr laden wir herzlich zu Performance, Konzert und geselligem Beisammensein ein.

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 12.11. 2014, um 19 Uhr

mit einer Performance von Vytautas Jurevicius und Konzert von Juri Kussmaul, Barbetrieb (KICKBACK) und Buffet

Ausstellungsdauer: 12.-28. November 2014

Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags, je 16-19 Uhr

Konzept zur Ausstellung von Prof. Thaddäus Hüppi & Jana Sperling

Ausstellung auf Einladung von Thaddäus Hüppi, Jana Sperling, Else Gabriel, Franziska Luscher, Silvia Lorenz, Ralf Schmitt, Julia Brodauf

Wir freuen uns auf Euren/Ihren Besuch!

Prof. Thaddäus Hüppi & das Kunsthallen-Team

NadjaSchütt_89I_2014

Abb. Nadja Schütt, 89I, 2014

AUSSTELLENDE:

Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz: Laurien Bachmann, Eginhartz Kanter, Elke Kieweg, Rainer Nöbauer-Kammerer, Hans Rettenbacher, Viktoria Schmid, Felix-Benedikt Sturm, Vildan Turalic, Julia Vogt, Theresa Auer

Hochschule für bildende Künste Frankfurt, Städelschule:  Christoph Esser, Sofia Duchovny, Vytautas Jurevicius, Martin Kohout, Jessie Holmes, Billie Maya Johansen, Okan Yildrim

Hochschule für Bildende Künste Dresden: Nadja Schütt, Yasmin Alt, Stefanie Bühler, Bignia Wehrli

Hochschule für Bildende Künste Hamburg: Kathrin Wolf, Janine Eggert, Philipp Rickleffs

Kunsthochschule Düsseldorf: Lin May, Katja Pfeiffer, Larissa Aharoni, Gereon Krebber, Sascha Boldt

Universität der Künste Berlin: Marlon Wobst, Adrian Schindler, Roberta Busechian

Kunsthochschule Berlin Weißensee: Silvia von Pock, Judith Mohnfeld, Romain Loeser

Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken: Alexander Minor, Hye Kyoung Kwon, Emma Adler, Susanne Kocks, Simon Kloppenburg, Caro Streck

Ecole supérieure des Beaux-Arts de Toulouse: Liis Lillo, Emmanuel Simon, Sylvain Andre, Marion Berlit, Camille Blondel, Charlotte Caldier, Charly Dubois-Escorell, Claudine Dumas, Oksana Halchak, Natalya Kebalo, Rébecca Konforti, Soyi Lee, Yannick Merci, Julie Saclier

VERANSTALTUNGSPROGRAMM „MIND THE GAP“

Donnerstag, 13.11.2014, um 17 Uhr: Podiumsdiskussion “Über die Runden kommen” 

“Über die Runden kommen” (Verfahrensweisen innerhalb des künstlerischen Ausbildungssystems) mit den Podiumsgästen: Martin Bilinovac (Universität Linz), Helmut Schweizer (zweiter Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes a.D.), Prof. Gereon Krebber (Kunstakademie Düsseldorf) und Dr. Martin Schmidl (UdK Berlin). Das Gespräch wird moderiert von Ralf Schmitt und Julia Brodauf (Lehrbeauftragten der Kunsthalle).

In Lessings „Emilia Galotti“ fragt der Prinz: „Was macht die Kunst?“ Der Hofmaler antwortet: „Prinz, die Kunst geht nach Brot.“ Picasso klingt 200 Jahre später, als ob er darauf antworte: „Nein, die Kunst ist nicht erfunden, um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind!“ Wer heute über eine durchschnittliche Kunstmesse geht, sieht eher den Geist des Lessingschen Hofmaler. An Hochschulen gelehrt wird indes im Geiste Picassos: Jedem Individuum seine eigene Waffe. Bleibt die banale Frage nach dem Brot: Wo bekommt man es denn her, sofern man nicht ganz oben mitspielt? Stehen Hochschulen in der Verantwortung, neben der inhaltlichen auch die lebenspraktischen Fragen zu klären? Wie können/sollen/dürfen sie das tun? Und: Wird durch eine Vorbereitung auf die Regeln des derzeit vorherrschenden Marktes die künstlerische Entwicklung selbst korrumpiert?

Dienstag, 18.11.2014, um 18.00 Uhr: Vortrag von Larissa Aharoni

Larissa Aharoni (Kunsthochschule Düsseldorf) spricht über ihren Weg durch internationale Artist Residencies

 Mittwoch und Donnerstag, 19. und 20.11.2014, 14-18 Uhr: Workshop „Das Künstlerinterview”

Workshop „Das Künstlerinterview“ von Norbert Wartig, Filmemacher

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird das Künstlerinterview zur Erläuterung des Werkes und zur Selbstinszenierung des Künstler verstärkt eingesetzt. Der Workshop wird die Definition des Interviews in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchten und eine eigenständige Definition für den kunsthistorischen Kontext erarbeiten. Dies wird an Beispielen veranschaulicht und die auf ihre Authentizität hin diskutiert: im Film, auf Papier, auf Tonträger. Die Kursteilnehmer_innen können sich mit ihren Erfahrungen in den Workshop einbringen.

um Anmeldung  wird gebeten unter:  kunsthalle(at)kh-berlin.de

 Montag, 24.11.2014: Ausstellungsumbau Linz – Toulouse 

Ausstellungsumbau: Abbau der Arbeiten der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und Aufbau der Präsentation der Ecole supérieure des Beaux-Arts de Toulouse

Montag, 24.11.2014, 17.00 Uhr (Achtung, Terminänderung!)Podiumsdiskussion “Überholen, ohne einzuholen: Professionalisierung oder Normierung?“

Podiumsdiskussion über Risiken und Nebenwirkungen bei der Begleitung von Künstlern in die freie Praxis nach dem Studium.

Das Kunststudium ist eine der wenigen verbliebenen Nischen eines universellen Bildungsansatzes. Das ist in einer stark ausdifferenzierten Gesellschaft ein Privileg. Erkauft wird diese Freiheit des Blicks mit dem Risiko existentiellen Scheiterns.
Angelehnt an das Bild des „doppelt freien Lohnarbeiters“ bei Karl Marx könnte man heute das des „doppelt freien Künstlers“ beschreiben. Frei von jeglichen formalen Kategorien und Kriterien  können Künstler quasi jede Form annehmen und aufgrund ihrer universellen Ausbildung in alle Bereiche gesellschaftlichen Zusammenlebens diffundieren und diese durch ihre akademisch legitimierte Kreativität aufwerten. Erkauft wird diese umfassende Freiheit mit der „Freiheit“, bestimmte inhaltliche und sprachliche Normen zu erfüllen, um den Kriterien der jeweiligen Zielgruppen zu entsprechen und so in den Genuss der Währungen Aufmerksamkeit und Geld zu kommen. Bedeutet Professionalisierung von Künstlern heute, sie in diesen Kompetenzen zu optimieren?
Geht damit der Verlust des selbstbestimmten, authentischen und immer auch in sich widersprüchlichen Werks einher, weil man damit keinen demokratischen Konsens, nicht genügend „like“-clicks, nicht genügend „follower“ generieren kann?
Geraten wir in eine Dauerwerbesendung zahllosen Beratungsformaten von und für Künstler, die solange all die richtigen Regeln für Portfolios, Atelierbesuche, Antragstellungen, Galeriegespräche, etc, etc. pauken, bis der eigentliche Inhalt, die Kunst in all diesen Regularien untergegangen ist und sich Wohlfühl- und Lifestylekünstler gegenseitig eigens wegen ihrer Existenz feiern?
Diese Fragen und mehr…

Podiumsgäste sind Prof. Katharina Schmidt (Ecole supérieure des Beaux-Arts de Toulouse), Prof. Gabriele Langendorf (Rektorin, HFB Saar) Moritz van Dülmen (Kulturprojekte GmbH), Leonie Baumann (Rektorin, Kunsthochschule Berlin Weißensee) Das Gespräch wird moderiert von Prof. Else Gabriel, Kunsthochschule Berlin Weißensee.

Dienstag, 25.11.2014, 14-18 Uhr:  Workshop „Genre2030“ 

Workshop „Genre2030“ mit Ursula Döbereiner, Henry Kleine, Kerstin Drechsel, Emmanuelle Castellan, Guillaume Durrieu, Jagna Ciuchta, Joan Ayrton (Berlin, Paris, Toulouse und anderswo) – alle Teilnehmer_innen suchen, mehr oder weniger erfahren und aus verschiedenen Perspektiven, nach Sprache – “künstlerischen Positionen”, die für den einzelnen Sinn ergeben.

Dienstag, 25.11.2014, um 19 Uhr: “Dschungelsafari: Artist Walk”

Dschungelsafari: Artist Walk durch die Ausstellung mit Prof. Silvia Lorenz und den teilnehmenden KünstlerInnen

Freitag, 28.11.2014, ab 19 Uhr Finissage

Ausklang mit Barbetrieb KICKBACK