Performance und Ausstellung
Do., 16. Mai 2013, 17 – 23 Uhr, Performances in der Kunsthalle und Umgebung
Mi., 22. Mai 2013, 19 Uhr, Eröffnung der Ausstellung
Mo., 27. Mai 2013, 14 – 19 Uhr, Mitmachperformance für „hallo alle…in der Halle“ „BLUTBILD, Deutsches Rotes Kreuz + Blutwurstmanufaktur, jede/r kann gutes tun.“ Ein Projekt von Prof. Else Gabriel und Prof. Thaddäus Hüppi
Vorträge, siehe unten
geöffnet von 23. – 31. Mai 2013, zu den Veranstaltungen von 15-19 Uhr und nach Vereinbarung, Kontakt: german@kh-berlin.de
Eingeladene KunststudentInnen und junge AbsolventInnen der weißensee kunsthochschule berlin, HfBK Dresden, ABK Stuttgart, HGB Leipzig, AdBK Nürnberg, UdK Berlin, Muthesius Kunsthochschule Kiel, Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe werden als temporäre „Performance-Klasse“ zusammen arbeiten und sich über prozesshafte Arbeitsformen, partizipatorische Strategien und performative Herangehensweisen austauschen.

Mit: Ruth Biene
Christophe de Rohan Chabot
Anna Gohmert
Guðríður Skugga Guðlaugsdóttir
Helene Hellmich & Veronica Wüst
Timo Herbst
Thari Jungen
Tina Linster
Carmen Loch
Lucie Mercadal
Almut Reichenbach
Vinzenz Reinecke
Nina von Seckendorff
Sabrina Schuppelius
Tine Voecks
Elizabeth Wurst
Carola Zechner
Uns interessieren Positionen, die sich dem Thema Performance annähern und eigene Standpunkte reflektieren. Politisch motivierte Statements, poetische Sichtweisen und prozesshafte Arbeitsformen, die sich über den Verlauf der Ausstellungsdauer weiterentwickeln oder direkt mit künstlerischer Produktion auseinandersetzen, finden wir in diesem Zusammenhang spannend. Partizipatorische Strategien, performative Herangehensweisen und Arbeiten, die im öffentlichen Raum intervenieren, sind ebenso willkommen wie klassische Ausdrucksformen.
MOTIVATION
Wir verstehen die Ausstellung als eine Laborsituation des gemeinsamen Ar beitens, Philosophierens und Austausches. Durch vor Ort stattfi n dende Arbeitsprozesse wollen wir ein Nachdenken anregen über das, was junge Künstlerinnen und Künstler heute interessiert und welche Strategien sie dafür entwerfen. Geplant ist eine „temporäre Performance- Klasse“ mit Workshop- Charakter, während der sich die StudentInnen kennenlernen, über ihre bisherigen Arbeiten sprechen und eine Performance für den Performance-Tag entwickeln. Besonderen Wert legen wir dabei auf das Thema der Dokumentation der Performance und der Frage, wie flüchtige Momente einer Live-Aktion in ein anderes Medium (neben Fotografi e und Video) übersetzt werden können, um diese anschließend in einer Ausstellung zu repräsentieren und dem Betrachter das „Wesen“ zugänglich zu machen. Mit auf diese Weise entstandenen Arbeiten soll im Anschluss eine Ausstellung entstehen.
VORTRÄGE

Do., 23. Mai 2013, 17 Uhr Werkvortrag von Stefanie Trojan „Vielen Dank für die Blumen…“ – Performance zwischen Übergriff und Interaktion.
Stefanie Trojan (*1976), die an an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 2000 zeigt sie ihre Performances international in Ausstellungen und im öffentlichen Raum. „Viele Performances von Stefanie Trojan erinnern an die „Feldexperimente“ der qualitativen Sozialforschung. Sie bringt soziale Interaktion und Kommunikation, die je nach Rahmen durch eine Vielzahl unsichtbarer aber starrer Regeln und Normen bestimmt ist, durch gezielte Regelverletzungen ins Wanken – und macht dadurch eben diese Regeln sichtbar und fühlbar. Die Regeln, die gewöhnlich hinter dem unhinterfragten Alltagshandeln und dem Selbst-verständlichen verborgen liegen, werden durch Trojans konsequente Überschreitungen sozusagen bis zur Kenntlichkeit entstellt.“ (Peter T. Lehnhart )
Abb.: Stefanie Trojan, „Drifting Edges“, Atelierfrankfurt www.stefanietrojan.de

Sa., 25. Mai 2013, 17 Uhr, „Time, Space, Movement, Risk – die Arbeit von System HM2T, Helge Meyer und Black Market International“, Vortrag von Helge Meyer Helge Meyer (*1969), Lehrbeauftragter im Institut Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim, Kunstlehrer am Gymnasium und arbeitet international als Performancekünstler. Er veröffentlicht regelmäßig Texte zum Thema Performance Art (z.B. für „Inter Art Actuel“ in Quebec City) und gehört zum International Advisory Board der Theater Akademie in Helsinki. Seit 2002 kuratiert Meyer Performancefestivals. Die Reihe Blow! zeigt seit 2006 regelmäßig aktuelle Positionen (u.a. aus Südamerika und Asien).
Abb.:Pneumatic vision cut by Helge Meyer, Photocredit: Henry Chan
www.performance-art-research.de
So., 26. Mai 2013, 17 Uhr, Vortrag von Viktor Neumann „To Be Real – Performance und Performativität“
Seit ihren Anfängen finden sich innerhalb der Geschichte der Videokunst enge Verbindungen mit der Performancekunst und der Verwendung der eigenen Körperlichkeit als Projektionsfläche der Auseinandersetzungen mit Konzepten der Identitätsbildung und –gestaltung, die zu der heute gängigen Auffassung einer multiplen, fluiden und performativen Identität geführt haben. Das Screening „To Be Real – Performance und Performativität“ stellt aktuelle künstlerische Positionen vor, die sich mittels performativer Handlungen und Gesten etwa im Feld experimenteller, dokumentarischer Selbstbespiegelungen aufhalten, feministische, gendertheoretische oder postkoloniale Debatten aufgreifen, die Konstruktion von „Normalität“ und „Andersartigkeit“ verhandeln oder die globalisierten, digitalen Lebenswelten und ihre Repräsentationsmechanismen reflektieren.
So., 26. Mai 2013, 17 Uhr, Vortrag von Viktor Neumann „To Be Real – Performance und Performativität“. Viktor Neumann (*1985), arbeitet als freier Kurator und Dozent in Berlin. Er studierte Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin und der Humboldt Universität zu Berlin und kuratierte Ausstellungen und Screenings, u.a. im Kunstmuseum Bonn, Künstlerhaus Stuttgart, Grey Noise, Dubai, Senatsreservespeicher, Berlin oder als Assistant Curator der III. Moscow Biennale For Young Art. Aktuell hat er einen Lehrauftrag für „Theorie der Medienkunst“ am Institut für zeitbasierte Medien an der Universität der Künste, Berlin.

Di., 28. Mai 2013, 17 Uhr, Vortrag Beatrice E. Stammer und Kaj Osteroth mit einigen Videos aus „re.act.feminism #2 – a performing archive“ einem temporären, internationalen Ausstellungs- und Archivprojekt, das 2011 – 2013 durch Europa tourt. Mit aktuell mehr als 233 Dokumenten (Video und Foto) der feministisch inspirierten und genderkritischen Performance Praxis und mit einem Fokus auf Arbeiten aus den 1960er und 1970er Jahren sowie zeitgenössische Positionen wird das Archiv im Juni 2013 in der Akademie der Künste, Berlin zu sehen sein. In den 1960er und 1970er Jahren als eigenständige Kunstform entstanden, steht Performance für eine künstlerische Praxis der Grenzüberschreitung und des Experimentes, die sich gegen eine formalistische, auf das Kunstobjekt und auf Vermarktung ausgerichtete Kunst wendet und stattdessen den Körper und die (alltäglichen) Handlungen von KünstlerInnen und Publikum zum Gegenstand hat. Sie befindet sich damit an den Schnittstellen von Gesellschaft, Politik und Kunst.
Beatrice E. Stammer, ist Kuratorin, Projektmanagerin und Autorin mit eigener Firma in Berlin. Von 1982 bis 1993 Staatlichen Kunsthalle Berlin sowie Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK), 1994 art management zur Förderung der Integration von bildender Kunst im öffentlichen und privaten Raum. Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen mit Schwerpunkt Künstlerinnen des 20./21. Jahrhunderts, darunter 2001- 2003 Konzept und Realisierung der Ausstellungen Louise Bourgeois – Intime Abstraktionen in der Akademie der Künste, Berlin und 2005 Shirin Neshat im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart – Berlin. Aktuellere Projekte umfassen die Ausstellung und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR (Künstlerhaus Bethanien, 2009), sowie das mehrjährige internationale Ausstellungs- und Archivprojekt re.act.feminism #2 – a performing archive (www.reactfeminism.org ).
Kuratorische Assistenz:
Kaj Osteroth (1977) lebt und arbeitet als Künstlerin in Berlin. Seit 2007 ist sie Teil des Malerinnenduos hamann_ osteroth. Nach abgeschlossenem Kunststudium (2006, UdK) und Ethnologie- und Kunstgeschichtsstudium (2008 FU, Berlin) war sie zwischen 2009-2011 als Projektkoordinatorin und Kuratorin in zahlreiche Projekte am Goethe-Institut Johannesburg involviert (u.A. Becoming Animal, Donna Kukama, Goethe Gallery; Wide Angle. Photography as Public Practise, Konferenz und Ausstellung, University of the Witwatersrand, Johannesburg). Seit 2011 ist sie programmierendes Vorstandsmitglied des Atelierhauses Flutgraben e.V. und derzeit als kuratorische Assistentin bei re.act.feminism #2 – a performing archive tätig.
Abb.: Raeda Saadeh, Vacuum, 2007, Videostill
Eingeladen und organisiert von Patrycja German
Patrycja German, Prof. Thaddäus Hüppi & das KUNSTHALLEN-Team

SALTOTOTALE
Kunst im Auftrag/Eigene Kunst?

26. 04. – 08. 05. 2013
Do., 25. April 2013, 19 Uhr Eröffnung / Mi., 8. Mai 2013, 18 Uhr Konzert
geöffnet zu den Veranstaltungen und nach Vereinbarung
Gezeigt werden die Ergebnisse des Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den Firmensitz TOTAL in Berlin. Mit einer Gegenüberstellung dieser Entwürfe mit Arbeiten, die die beteiligten Studierenden in ihrem Studium entwickelt haben, thematisiert die Ausstellung die Frage nach Unterschieden oder Charakteristika von Auftragsarbeiten und denen, die aus eigener Intention und in „eigenem Auftrag“ entwickelt werden.

mit:
Benjamin Althammer, Baureihe #4 (Emi Maria Bohacek, Daniel Stammet, Sebastian Omatsch, Jan Fiege), Maria Margarethe Drexel, Erkan Öznur, Maxie Heiner, Thomas Korn, Elisabeth Matthewes, Thari Tapé und Tina Linster, Aron Rauschhardt, Matthias Wermke
Im Jahr 2012 fand in Zusammenarbeit zwischen dem Konzern TOTAL und der KUNSTHALLE am Hamburger Platz ein Wettbewerb unter Studierenden der weißensee kunsthochschule berlin statt. Für den neuen Firmensitz Deutschland im neuen Gebäude gegenüber des Hauptbahnhofs Berlin wurden Entwürfe erarbeitet, die sich mit der Geschichte des Ortes, der Firma TOTAL, der Architektur des Gebäudes und gesellschaftlichen Aspekten der Bebauung Berlins beschäftigen. Aus diesem Wettbewerb, zu dem 20 Studierende der weißensee kunsthochschule berlin eingeladen waren und an dem sich 14 Studierende mit Beiträgen beteiligten, gingen 4 PreisträgerInnen hervor, die mit Preisgeldern von 3.000, 2.000 und zweimal 1.000 Euro prämiert wurden. Die Jury war international besetzt.
Die Wettbewerbsbeiträge wurden im Oktober 2012 bei der Einweihung des neuen Gebäudes an der Jean- Monnet-Straße 2 präsentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die KUNSTHALLE am Hamburger Platz zeigt jetzt noch einmal die Ergebnisse des Wettbewerbs. Darüber hinaus präsentieren die beteiligten Studierenden Arbeiten, die sie in ihrem Studium entwickelt haben. Damit wird die Frage aufgeworfen, inwiefern sich Auftragsarbeiten im Rahmen eines Wettbewerbs unterscheiden von denen, die aus eigener Intention und in „eigenem Auftrag“ entwickelt werden. Welche Zwänge entstehen aus der einen und aus der anderen Vorgehensweise? Wird dies in den Ergebnissen sichtbar?
Die KUNSTHALLE am Hamburger Platz möchte diese Frage anhand der Ausstellung thematisieren.
Am wird es ein Abschlusskonzert geben. Mit dabei: „Esel durch Wiederholung“ – Charlotte Bonjour, Romain Loeser, Alex Neuschäfer und Klaas Hübner „Hunger“ – Christoph Rothmeier und Jörg Hochapfel
Das Projekt wird betreut von Prof. Hüppi, Prof. Gabriel und Georg Zey und dem Kunsthallen-Team
Aesthetic – Responsibility – Drones
Projekt
an unconference of MIGRATING ART ACADEMIES
unter der Leitung von Mindaugas Gapševičius
Betreuung: Prof. Hannes Brunner, Prof. Hanna Hennenkemper
Ein zeitgenössisches Verständnis von Ästhetik erfordert eine veränderte Beziehung zum Objekt, und die uns umgebenden Objekte verändern unsere Perspektive auf den Begriff des Ästhetischen. War das Objekt für Marshall McLuhan in den 60ern noch eine Erweiterung des Menschen, so betrachtete Vilém Flusser in den 80er Jahren den Menschen als Erweiterung der Maschine (des Apparates). Ein physischer Rollentausch hat buchstäblich stattgefunden: Seither ist die Maschine diejenige, die erschafft, und der Mensch derjenige, der ihr dient. Wer wird in dieser sich verändernden Welt Ziele definieren? Wer wird verantwortlich sein, wenn das unbemannte Objekt einen Menschen tötet?
Die Kunsthochschule Berlin Weissensee beherbergt MigAA (Migrating Art Academies) in der Kunsthalle am Hamburger Platz. Unter dem Titel „Aesthetic – Responsibility – Drones“ wird ein Labor veranstaltet. NachwuchskünstlerInnen und Studierende aller Kunsthochschulen sind eingeladen, Fragen zeitgenössischer Ästhetik und deren Verantwortlichkeit zu stellen, in einer Welt, die von einer nicht mehr durch uns selbst kontrollierten Technik durchdrungen und beherrscht ist, die uns oft unbekannt ist.
Das sechstägige Labor beinhaltet Diskussionen zu Texten namhafter Denker (unter anderem von Judith Butler, Christoph Menke, etc).
Es wird Workshops zur ästhetischen Verantwortlichkeit auf dem Gebiet des „social gaming“ geben (medienoffen), wie auch im Bereich von Sound und Elektronik.
Die Liste der Mitwirkenden umfasst:
Mark Bishop (Goldsmiths University of London), Hannes Brunner, Hanna Hennenkemper (Weissensee Art Academy Berlin), Derek Holzer, Mindaugas Gapševičius (Migrating Art Academies), Marcus Steinweg, Hubertus von Amelunxen (Braunschweig University of Art), Žilvinas Lilas (Academy of Media Arts Cologne).
Anmeldeformular (Frist: 31.März 2013)
http://www.migaa.eu/aesthetic-responsibility-drones/registration
Aesthetic – Responsibilitiy – Drones wird freundlicherweise unterstützt vom Kulturfonds der Republik Litauen und dem Nordic Culture Point. Das Labor wird organisiert von der Kunsthochschule Berlin Weissensee in Kooperation mit der Litauischen Vereinigung von Interdisziplinären Künstlern und dem Top Verein in Berlin.
Mehr Informationen: http://www.migaa.eu
Kontakt: Mindaugas Gapševičius, Hanna Hennenkemper, info@migaa.eu
an unconference of MIGRATING ART ACADEMIES
2-7th of May 2013, Kunsthalle am Hamburger Platz, Weissensee Art Academy Berlin
Registration form (deadline March 31st)
“An aesthetic of contemporary life breathes new relationships into objects and the objects attached to us change the perspective to it. If for Marshall McLuhan in the 60s the object was an extension of man, for Vilém Flusser in the 80s the man became an extension of the “apparatus.” The roles have been switched literally and physically: since then, the machine is the one who creates and man is the one who serves it. Who in this changing world will be dictating the aims? Who will be responsible if an unmanned vehicle will kill a man?
The Weissensee Art Academy Berlin is hosting Migrating Art Academy’s new laboratory “Aesthetic – Responsibility and Drones”. It will be held at Kunsthalle am Hamburger Platz Berlin. Emerging artists and students from any academies are welcome to discuss contemporary aesthetics and its responsibilities within a world related to technology controlled by others and by unknown technology.
The six days long lab will offer discussions on the basis of texts by notable thinkers (a.o. Judith Butler, Christoph Menke), working on aesthetic responsibilities in social gaming and experimenting with print making as well as with specifics in sound and electronics.”


